Ein Todesfall in der Familie kann völlig überraschend auftreten. Nicht selten sehen sich die Angehörigen mit einer Fülle an Aufgaben organisatorischer, rechtlicher und privater Natur konfrontiert. An dieser Stelle wollen wir Sie über die wichtigsten Schritte direkt nach dem Todesfall in der Familie informieren. Vielleicht ereignete sich der Todesfall gestern oder Sie möchten sich vorsorglich informieren was zu tun ist.

Vorgehen im Todesfall

Ob es um einen Todesfall im Ausland, einen Todesfall im Urlaub oder um einen Todesfall durch Corona geht- das Vorgehen innerhalb der ersten 72 Stunden ist ähnlich.

Unmittelbar nach dem Todesfall

Am ersten Tag müssen Sie den Totenschein ausstellen lassen. Handelt es sich bei dem Todesfall in der Familie um einen Angehörigen, der im Krankenhaus verstorben ist, erhalten Sie den Totenschein automatisch von der Klinik. Ist der Todesfall Zuhause eingetreten oder im Altenheim so muss ein Arzt gerufen werden, der nach der Leichenschau den Totenschein ausstellt. Handelt es sich um einen Todesfall im Urlaub oder um einen Todesfall im Ausland muss ebenfalls der Tod durch einen Arzt bescheinigt werden. Bei einem Todesfall im Ausland ist es ratsam in Erfahrung zu bringen, ob der Verstorbene für den Todesfall eine Versicherung abgeschlossen hat- diese könnte die Rückführungskosten bei einem Todesfall im Urlaub oder bei einem Todesfall im Ausland übernehmen.

Erledigung der Formalitäten

Ereignet sich ein Todesfall in der Familie, haben Sie die Möglichkeit den Verstorbenen ein bis zwei Tage Zuhause aufzubahren, wenn der Verstorbene keine meldepflichtige Krankheit hatte. Dies wäre bei einem Todesfall durch Corona nicht möglich. Innerhalb von 36 Stunden muss ein Bestatter beauftragt werden, der den Verstorbenen in eine Leichenhalle überführt. Es empfiehlt es sich zum schnellstmöglichen Zeitpunkt einen Bestatter zu informieren, da das Bestattungsinstitut den Hinterbliebenen viele Formalitäten abnimmt. Der Bestatter kennt auch alle Bestimmungen bezüglich eines Todesfalles und kann hierzu informieren; gerade bei einem Todesfall im Urlaub, einem Todesfall im Ausland oder einem Todesfall durch Corona gelten besondere Bestimmungen. Wichtig ist, festzustellen ob der Verstorbene für seinen Todesfall eine Versicherung hatte oder anderweitig vorgesorgt hat, z.B. einen Vertrag mit einem Bestatter abgeschlossen hat.

Wichtige Dokumente im Todesfall

Ist beispielsweise der Todesfall gestern eingetreten, hätten Sie noch 2 Werktage Zeit den Todesfall dem Standesamt zu melden, in dessen Zuständigkeit sich der Todesfall ereignete. Bei einem Todesfall durch Corona gelten besondere Bestimmungen, auch bezüglich der dem Todesfall folgende Krankschreibung der Angehörigen. Das Standesamt stellt Ihnen die gewünschte Anzahl von Sterbeurkunden aus, die Sie benötigen um den Todesfall der Versicherung zu melden oder um z.B. für den Todesfall eine Krankschreibung zu beantragen. Bei einem Todesfall ist Sonderurlaub zu gewähren, handelt es sich um einen direkten Familienangehörigen. Grundsätzlich ist es sinnvoll, sich mindestens ca. 10 Exemplare einer Sterbeurkunde ausstellen zu lassen. Diese benötigt man, um laufende Verträge zu kündigen oder z.B. die Rente oder die Versicherung abzumelden, die Wohnung zu kündigen oder um laufende Zahlungen bei einer Bank zu stornieren.

Vor der Trauerfeier

Bei einem Todesfall in der Familie empfiehlt sich schnellstmöglich die Angehörigen des Verstorbenen zu benachrichtigen. Wenn sich z.B. der Todesfall gestern ereignet hat sollten Sie den Termin, womöglich gemeinsam innerhalb der ersten zwei Tage nach dem Todesfall festlegen. Doch welche Bestimmungen gelten bei einem Todesfall für Sonderurlaub? Bei einem Todesfall in der Familie können Sie sich als enges Familienmitglied wegen dem Todesfall eine Krankschreibung ausstellen lassen. Mit dieser erhalten Sie im Todesfall auch Sonderurlaub. Mit dem gewählten Bestattungsinstitut besprechen Sie den Ablauf und die Organisation der Beisetzung und Trauerfeier. Das Bestattungsinstitut kann hierbei unterstützend tätig werden und Ihnen z.B. eine Gärtnerei für die Dekoration der Beisetzung empfehlen oder Ihnen mit der Wahl eines Grabsteins weiterhelfen. Falls Sie bei einem Todesfall seelischen Beistand brauchen, kann Ihnen auch hier das Bestattungsinstitut die nötigen Informationen und Kontaktdaten mitteilen.

Nach der Trauerfeier

Hat man bei der Trauerfeier Abschied von dem Verstorbenen genommen, kann die Trauerarbeit wegen des Todesfalls häufig erst beginnen. Einige Bestattungsinstitute haben ihre eigenen Trauerbegleiter oder Trauergruppen für Angehörige. Nehmen Sie sich hierbei soviel Zeit wie Sie brauchen und nutzen Sie bei einem Todesfall eine Krankschreibung mit der Sie im Todesfall Sonderurlaub bei Ihrem Arbeitgeber verlängern können. Gab es im Todesfall eine Versicherung oder ähnliche Vorsorgemaßnahmen die durch den Verstorbenen getroffen wurden, ist in der Regel auch die Testamentseröffnung genauestens festgelegt.